WT-Kunststoffschrauben und -muttern Foto: Weippert

Schrauben bis zu 80 Prozent leichter

Additive Fertigung

Dem Materialmix im Leichtbau gehört die Zukunft. Entsprechend wichtig werden Fügeverfahren. Mechanisches Verbinden durch Schrauben ist da oft das Mittel der Wahl. Dabei bringen die Fügeele­mente etwa aus Stahl oft schon selbst einiges auf die Waage, wodurch Gewichtseinsparungen zu verpuffen drohen.

Die Firma Weippert Kunststofftechnik hat nun Schrauben aus Kunststoff auf den Markt gebracht, die bis zu 80 % leichter sind als ihre Pendants aus Stahl. Durch kurze Glasfasern im Kunststoff wird eine für Kunststoffe hohe Zugfestigkeit erreicht. Weitere Vorteile der Verwendung von Kunststoff sind Korrosionsfreiheit und die Nichtleitfähigkeit des Materials.

Prüfung der Toleranzhaltigkeit mit Gewindelehrringen Foto: Weippert
Prüfung der Toleranzhaltigkeit mit Gewindelehrringen Foto: Weippert

Die Gewichtseinsparung durch die WT-Schrauben ist deutlich. Eine Sechskantschraube der Größe M6 × 40 aus dem Kunststoff PA6 GF30 wiegt 1,6 g, mit PA6 GF60 sind es 2,3 g. Wird die Schraube aus Stahl gefertigt, kommen 9,3 g zusammen. Bei einer Zylinderschraube mit Innensechskant der Größe M8 × 40 fällt der Gewichtsunterschied noch deutlicher aus. Gefertigt aus PA6 GF30 wiegt die Schraube 3,2 g. In Stahl bringt sie 17,2 g auf die Waage. Dies ist eine Gewichtseinsparung von über 80 %. Geschäftsführer Günter Weippert sieht hier viel Potenzial: „Wenn man sich vorstellt, dass es bei einem Lkw über 1.000 Verbindungsstellen gibt, da kommt richtig was zusammen.“

Das geringe Eigengewicht und die Korrosionfreiheit erlauben vor allem im Bereich Leichtbau völlig neue Konstruktionen. In puncto Zugfestigkeit können die Kunststoffschrauben sich sehen lassen, am Drehmoment (deutlich unter dem von Stahl) wird auch noch „geschraubt“.

mg

 

Anlaufbild: Weippert