Vergleich: So ergreift Deutschland die Chancen der Digitalisierung

Industrie 4.0

Deutschland könnte 2030 zum Leitmarkt und Leitanbieter für Industrie 4.0 werden. Die industrielle Produktion und die Ausbildung seien Weltklasse, doch es fehle an Wagniskapital, Internettechnologie und innovativen Geschäftsmodellen, konstatiert die Projektgruppe Internationaler Benchmark, Zukunftsoptionen und Handlungsempfehlungen für die Produktionsforschung (Inbenzhap) und identifizierte 44 Empfehlungen für den Sprung an die Welt­spit­ze.

Neben technischen Problemen adressiert die Arbeitsgruppe um die Projektleiter Jürgen Gausemeier, Universität Paderborn, und Fritz Klocke, RWTH Aachen, auch organisatorische und gesellschaftliche Herausforderungen. So müsse die Akzeptanz der Bevölkerung für neue Technologien gefördert werden, ebenso wie Kompetenzen zu Datenschutz und Datenanalyse. Gefordert seien digital mündige Bürger, die Vorteile und Risiken der Technik einschätzen können.

Notwendig seien auch neue Formen der Zusammenarbeit über Firmengrenzen hinweg, etwa offene Schnittstellen und Kollaborationsplattformen für den sicheren Austausch industrieller Daten. Um Deutschlands technologische Souveränität zu sichern, sollten Schlüsselkomponenten wie Sensorik oder Internettechnologien auch in Deutschland entwickelt werden.

In vielen asiatischen Märkten stehe die Marke Industrie 4.0 heute für hochwertige, innovative Produktion. Ein Label, das den sehr guten ökologischen Fußabdruck von Industrie 4.0 made in Germany dokumentiert, könnte weitere Wettbewerbsvorteile schaffen. Basis der Prognose ist ein internationaler Vergleich sieben führender Industrienationen.

gr