Die Halle für Folierungen ist besonders staub- und temperatur­kritisch, 23 °C sind anzustreben. Foto: RMB/Energie

Energie für ein produktives Klima

Energieeffizienz

Folierer deckt Strom- und Wärmebedarf mit einem Blockheizkraftwerk.

Seit der Gründung 1996 entwickelt Intax Lösungen für die Umrüstung von Taxen, Fahrschulwagen und Militärfahrzeugen. Innerhalb von 20 Jahren ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen. Es verfügt inzwischen über eine Gesamtfläche von über 33.000 m² Außenfläche mit 1.000 Pkw-Stellplätzen, ein Sattelschlepper-Areal, eine eigene Portalwaschanlage sowie rund 4.500 m² Produktions-, Lager- und Büroflächen. Knapp 90 Beschäftigte arbeiten hier. Als verlängerte Werkbank der Automobilindustrie fertigt Intax vollständig rückrüstbare Taxis für 18 Hersteller von Alfa Romeo über Mercedes bis Toyota in Serie.

Verlängerte Werkbank der Automobilindustrie: Intax liefert vollständig rückrüstfähige Taxi­umbauten für 18 Autohersteller. Foto: Intax
Verlängerte Werkbank der Automobilindustrie: Intax liefert vollständig rückrüstfähige Taxi­umbauten für 18 Autohersteller. Foto: Intax

Eine Schlüsselstellung nehmen dabei die Hallen für die Folierung und Umrüstung von jährlich rund 4.500 bis 5.000 Fahrzeugen ein, die derzeit eine Gesamtfläche von rund 2.600 m² umfassen. Die Hallen werden teils mit Gasdunkelstrahlern unter der Decke und teils mit Industrie-Fußbodenheizungen erwärmt. Die Verarbeitung der Folie, speziell das Anzugverhalten des Folien­klebers, verlangt jahraus, jahr­ein eine möglichst konstante Raumtemperatur von 23 °C ±2 °C und überdies eine zugluftfreie und staubarme Umgebung.

Um die Erwärmung durch Sonneneinstrahlung auf ökologische Weise zu verringern, wurde das Hallendach zur Dämmung mit einer dicken Erdschicht bedeckt und eine Begrünung angelegt. Im Zuge der Neukonzeption der Hallen­beheizung und Klimatisierung vor gut einem Jahr wurde neben dem Blockheizkraftwerk von RMB/Energie eine Adsorptions­kühlanlage eingesetzt, die über Kühldecken und eine klimati­sierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung auch im Hochsommer für ein stabiles Temperaturniveau sorgt.

Hoher Eigenstrombedarf

Das Anlagenkonzept geht auf Marco Kalischewski zurück, Gebäudeenergieberater und Inhaber der Heizungsbaufirma EKS-Innova in Rastede. Nach einer Analyse der bisherigen Energieverbrauchsdaten empfahl Kalischewski die Anschaffung eines gasbetriebenen Blockheizkraftwerks (BHKW) für den Grundbedarf an Wärme und elektrischer Energie. Für Spitzen beim Wärmebedarf stehen zwei Brötje WGB 110 Ecotherm Gasbrennwertkessel als Kaskadenlösung zur Verfügung. Das BHKW werde sich aufgrund des hohen Eigenstrombedarfs voraussichtlich bereits in gut vier Jahren amortisieren.

Kalischewskis Konzept konnte die Intax-Geschäftsleitung überzeugen. Die Wahl fiel auf ein Neotower-BHKW des Herstellers RMB/Energie, das mit seinem Angebot den Leistungsbereich von 2,0 bis 50 kW (elektrisch) engmaschig abdeckt. Aufgrund des ermittelten Wärme- und Strombedarfs entschied man sich für einen Neotower Premium M 20.0, der mit einer elektrischen Nennleistung von 20,0 kW sowie einer thermischen Nennleistung von 46,20 kW zu den spezifischen Anforderungen bei Intax passt.

Für das Neotower-BHKW sprachen nicht allein die Unterstützung eines regional ansässigen Anbieters, sondern auch ein hoher Gesamtwirkungsgrad von 109,2 % und eine breite Leistungsmodulationsspanne von 10,7 bis 20,0 kW (elektrisch) beziehungsweise 29,1 bis 46,2 kW (thermisch). Der Typ Premium M 20.0 ist – wie fast alle Neotower-BHKW – mit dem bestmöglichen ErP-Energie­effizienzlabel A++ klassifiziert.

Das Herzstück der neuen Kombi- anlage für Strom und Wärme: Neotower Premium M 20.0; David Plaggenborg (RMB/Energie, v.l.), Marco Kimme (Intax) und Marco Kalischewski (EKS-Innova) Foto: RMB/Energie
Das Herzstück der neuen Kombi-
anlage für Strom und Wärme: Neotower Premium M 20.0; David Plaggenborg (RMB/Energie, v.l.), Marco Kimme (Intax) und Marco Kalischewski (EKS-Innova) Foto: RMB/Energie

Zu den weiteren entscheidungsrelevanten Attributen des Neotower Premium M 20.0 bei Intax zählen die robuste Kons­truktion mit einem effizienten Emod-Asynchrongenerator sowie einem langlebigen und laufruhigen Toyota-Vierzylin­dergasmotor, der bei einer Nenndrehzahl von lediglich 1.540 U/min betrieben wird und mit einem Wartungsintervall von 6.000 Betriebsstunden für besonders niedrige Unterhaltskosten sorgt. Zudem bietet RMB/Energie umfangreiche Online-Reportingtools und Fernwartungsservices für seine BHKW, so dass der Anlagenbetrieb vom Fachhandwerker, aber auch von RMB/Energie jederzeit kontrolliert und optimiert werden kann, ohne dass ein Techniker anreisen muss.

Nach gut einem Betriebsjahr sind die Beteiligten zufrieden. Planer Kalischewski, der die BHKW-Anlage regelmäßig online überwacht, bestätigt, dass die ursprünglichen Berechnungen mit den bisherigen Praxisdaten übereinstimmen. „Die Stromerzeugung des BHKW von bisher 98.800 Kilowattstunden deckt den Strombedarf vor den Umbauarbeiten (circa 104.000 Kilowattstunden) zu etwa 95 Prozent ab.“ Das heißt, die Anlage produzierte den Strom hauptsächlich für den Eigenbedarf, wie es auch angestrebt wurde. Die Raumtemperatur in der Folierungshalle konnte auch im Sommer stets stabil zwischen 21 und maximal 25 °C gehalten werden. Als Heizungsbauer mit Schwerpunkt auf regenerativer und hocheffizienter Energienutzung weist Kalischewski zudem darauf hin, „dass die Erzeugung von Kühlleistung mit einem BHKW und einer Adsorptionsanlage wesentlich wirtschaftlicher ist als die übliche Anlagentechnik zur Klimatisierung“.

4 Jahre Amortisationszeit: Entscheidend ist dabei die für das Industrie­unternehmen maßgeschneiderte Anlagen­dimensionierung.

Ähnlich positiv äußert sich Marco Kimme für die Intax-Geschäftsleitung: „Ich habe mich vorher gar nicht mit BHKW-­Technik befasst. Es ist der Verdienst von Herrn Kalischewski, uns dieses Konzept nahezubringen. Die ersten Zahlen belegen die Wirtschaftlichkeit der Anlage – besonders zufrieden macht uns, dass wir von der Anlage eigentlich gar nichts mitbekommen. Sie tut völlig unauffällig ihren Dienst.“

Martin Henze, Motortext

Aufmacherbild: RMB/Energie