Finanz - und Heimatstaatssekretär Albert Füracker (4. v.l.) überreicht Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg (3. v.l.), den Förderbescheid. Ganz links im Bild: Carl Fruth, Geschäftsführer der Fit Production GmbH. Foto: Fit Production GmbH

Additiv zum Stent der nächsten Generation

Additive Fertigung

Die OTH Regensburg erforscht additive Fertigungsmethoden für Stents,
die völlig neue Stentgeometrien möglich machen, um die Gefäßaufweitung exakter als bisher steuern zu können.

Beim Forschungsprojekt NewGen-Stent der OTH Regensburg, Universitätsklinikum Regensburg und der Fit Production GmbH, Lupburg, unterstützt die Bayerische Forschungsstiftung die Entwicklung neuer Fertigungsmethoden für Stents mit einer Förderung von 221.300 EUR. Die Stents dienen der Bekämpfung der nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation in Industriestaaten mit Abstand häufigsten Todesursache, der Erkrankung des Herzkreislaufsystems, insbesondere der koro­naren Herzkrankheit.

Entwickelt und validiert wird eine Herstellroute für Stents, die eine gezielte örtliche Einstellung der Dicke der Stege ermöglicht und so das über die Länge inhomogene Expansionsverhalten bisheriger Stents durch neue Herstell- und Designmöglichkeiten verbessert. Ziel ist die Reduzierung von Gefäßverletzungen durch den Stent.

Die Motivation für das Forschungsprojekt erklärt Prof. Dr.-Ing. Ulf Noster von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg: „Beim Einsetzen von Stents zur Aufweitung zugesetzter Gefäßwände entstehen neben den überwiegend positiven Effekten der Behandlung leider auch vereinzelt Gefäßverletzungen. Diese gilt es möglichst zu minimieren. Im Vergleich zur konventionellen umformtechnischen Fertigung mit folgendem Laserbeschnitt bietet die Additive Fertigung die Möglichkeit, gänzlich neue Stentgeometrien herzustellen. Dies soll im Projekt New-Gen-Stent gezielt zum Design neuer Stents genutzt werden.

Die Gefäßaufweitung kann so exakter gesteuert und das Risiko von Gefäßverletzungen minimiert werden.“
Carl Fruth, Geschäftsführer der Fit Production GmbH, erläutert die wirtschaftlichen Ziele: „Wenn wir es schaffen, die Stents additiv und mit den angestrebten deutlichen Verbesserungen in der Anwendung zu fertigen, können wir uns ein zusätzliches Standbein für additiv gefertigte Produkte aufbauen, die der ganzen Bevölkerung nutzen.“

Günter Kögel

Aufmacherbild: Fit Production GmbH