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Polymere für leichte E-Mobile

Allgemein, Leichtbau

Kunststoffe für Elektroautos sind nicht nur ein Leichtbauwerkstoff, sondern sie müssen je nach Einsatz auch Wärme abführen können, flammgeschützt und elektromagnetisch verträglich sein.

Neue, umweltverträglichere Mobilitätsformen wie die Elektromobilität bieten ein großes Wachstums­feld für Polyamide, Polybutylenterephthalate (PBT) und thermoplastische Verbundwerkstoffe. Dabei geht es nicht nur um den Leichtbau, um die Reichweite der Fahrzeuge zu erhöhen, sondern die Elektrifizierung fordert von den Werkstoffen je nach Anwendung weitere Eigenschaften, die mit speziellen Compounds erzielt werden können. Hier tun sich neue Märkte auf, die unter anderem der Spezialchemiehersteller Lanxess mitentwickeln möchte.

DEU, Jan Bender„Wir konzentrieren uns vor allem auf Anwendungen für die Elektrifizierung des Antriebs­strangs.“, Jan Bender, Leiter Marketing EMEA im Bereich High Performance Materials bei Lanxess.
Foto: Lanxess

„Unsere Materialentwicklungen konzentrieren sich dabei vor allem auf Anwendungen für die Elektrifizierung des Antriebsstrangs von gelenkten und auch autonom fahrenden Fahrzeugen“, erklärt Jan Bender, Leiter Marketing EMEA im Geschäftsbereich High Performance Materials (HPM) bei Lanxess.

Breit gefächerte Anwendungschancen für Kunststoffe

Mögliche und teilweise schon serienbewährte Anwendungen für Thermoplaste sind in Hybrid- und rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen
etwa Bauteile für Ladesysteme, Träger und Zellhalter für Batteriesysteme sowie Sensoren und Gehäuseteile für Elektromotoren. Großes Potenzial haben Kunststoffe außerdem in der Infrastruktur der Elektromobilität wie etwa bei Gehäuseteilen, Leitungsschutzschaltern und Anschlussklemmen für Ladesäulen.

Bereits heute verfügt Lanxess über eine umfangreiche Materialpalette. Dazu gehören zum Beispiel wärmeabführende Polyamide für Komponenten von thermisch belasteten elektrischen und elektronischen Baugruppen, ein breites Sortiment an flammgeschützten Kunststoffen, leichtfließende Thermoplaste für dünnwandige, filigrane Bauteile und bis 230 °C dauerbeständige Polyamide.

„Aktuell entwickeln wir für elektromagnetisch verträgliche Bauteile Materialien, die entweder mittels Kohlenstoffmodifikationen leitfähig additiviert oder gezielt mit Metallen kombiniert sind“, sagt Bender. „Dabei handelt es sich um endlosfaserverstärkte Thermoplaste der Marke Tepex und um Polyamid-Lösungen im Bereich unserer Durethan-Werkstoffe. Während die Tepex-Lösungen bereits heute im Markt sind, befinden sich die Polyamid-Varianten noch in der Erprobung bei großen OEMs und Tier-one-Zulieferern. Polyamid-Lösungen bieten im Vergleich zu Aludruckguss vielfältige Vorteile, vor allem in puncto Designfreiheit, und damit eine optimale Nutzung des Bauraums“, erklärt Bender. Mögliche Anwendungen seien Batteriekastendeckel oder Gehäuse für DC/DC-Wandler und die Leistungselektronik.

Matthias Gutbrod

Aufmacherbild: Lanxess