Mitarbeiter 4.0

Industrie 4.0

Wissenschaftler der Uni Paderborn forschen im Bereich Arbeit 4.0.

Durch Digitalisierung, alternative Arbeitsmodelle und künstliche Intelligenz verändert sich die Art und Weise, wie Menschen arbeiten. Wie Wissenschaftler der Universität Paderborn die Arbeit von morgen durch ihre Forschung mitgestalten, wird im Themenspecial „Arbeit 4.0“ dargestellt. Neben technischen Innovationen werden insbesondere auch gesellschaftspolitische Implikationen beleuchtet.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Lehrstuhl für Produktentstehung beschäftigen sich konkret mit der Frage, wie Menschen zukünftig in Produktionsplanungs- und -steue­rungssysteme eingebunden werden können. Soll­ten maschinelle Algorithmen Entscheidungen des Menschen vorwegnehmen oder nur vorbereiten? Wie kann der Mensch den Zustand eines solchen komplexen Systems durchschauen und im Notfall eingreifen? Wie können Erfahrungen einzelner Mitarbeiter und Präferenzen in die maschinelle Entscheidungsfindung einfließen? „Zudem beschäftigen wir uns mit der Frage, wie die Entwicklung in der Zukunft aussehen wird und welche Auswirkungen Industrie 4.0 auf die Beschäftigten in der Entwicklung, in der Arbeitsplanung et cetera haben wird“, sagt Prof. Dr.-Ing. Iris Gräßler, Wissenschaftlerin an der Universität Paderborn und Leiterin des Lehrstuhls für Produktentstehung an der Fakultät für Maschinenbau.

Szenariotechnik als Schlüssel

„Mithilfe der sogenannten Szenariotechnik, einer unserer Forschungsschwerpunkte, versuchen wir diese Entwicklung nun vorauszuahnen. Es bietet sich die Möglichkeit, den Blickwinkel zu vergrößern und Fragestellungen zu beantworten wie: Wie viel und welche Unterstützung durch Assistenzsysteme ist sinnvoll? Welche Entscheidungsunterstützung können technische Systeme den Verantwortlichen anbieten und welche Kompetenzen werden wir in Zukunft brauchen? Arbeit 4.0 setzt hier an“, erklärt Gräßler.

Das Smart-Factory-Labor dient der Forschung in den Bereichen Produktions- und Automatisierungstechnik sowie der anwendungsnahen Untersuchung von Geschäftsprozessen.

Im Smart Automation Laboratory im Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn wird in den Bereichen Produktions- und Automatisierungstechnik sowie der anwendungsnahen Untersuchung von Geschäftsprozessen geforscht. Das Labor besteht dabei aus drei Fertigungsstationen, einer Drehmaschine, einem 3D-Drucker und einer Fräsmaschine sowie einem Materialflusssystem, einem Montageroboter und weiteren Industrierobotern, die die Fertigungszellen und den Montageroboter mit dem Fließbandsystem verbinden.

„Ein wichtiger Aspekt der Forschung in dem Labor ist die Untersuchung der Rolle des Beschäftigten in einer solchen Umgebung. Zentraler Untersuchungsgegenstand ist hierbei, wie Informations- und Kommunikationstechnologie eingesetzt werden kann, um die Arbeit für den Beschäftigten zu erleichtern“, sagt Gräßler. Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung und Automatisierung stellen sich viele Arbeitnehmer die Frage, ob Industrie 4.0 zum Verlust des eigenen Arbeitsplatzes führen könnte. „Wir müssen zwischen zwei unterschiedlichen Formen der Auswirkungen einer Digitalisierung unterscheiden. Zum einen gibt es Tätigkeitsfelder, die sich verändern und in denen gewisse Tätigkeiten automatisiert werden – auch im Dienstleistungsgewerbe. Es ist ja heute schon häufig so, dass der Mensch nur noch eine Mitteilung überbringt, die Entscheidung zum Beispiel über die Kreditzusage aber bereits von Algorithmen getroffen wurde. Zum anderen müssen Menschen Informationen nutzen, die von komplexen Algorithmen berechnet und möglichst verständlich dargestellt werden“, erklärt Gräßler.

Autor: Johannes Pauly

Aufmacher: Universität Paderborn/Johannes Pauly